Auge in Auge mit einem Elefanten

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Elefanten
Von zahlreichen Fahrzeugen ist dieser einsame Elefantenbulle umgeben. Der Dickhäuter kennt Menschen und Fahrzeug und ignoriert diese, obwohl sie sehr nahe stehen. Der Elefant könnte zu beiden Seiten ausweichen und hat auf der anderen Straßenseite wieder offenes Gelände. Deshalb fühlt er sich nicht bedrängt. Im Notfall könnten sich die Fahrzeuge schnell auf der befestigten Schotterstraße wegbewegen.

Die sanften Riesen sind wilde Tiere. Sie denken nicht wie wir, vergessen aber Geschehnisse genauso wenig wie wir! Wir dringen in ihren Lebensraum ein, nicht sie in unseren. Elefanten erscheinen gutmütig, ruhig und bedachtsam. Sie sind jedoch gefährlich, stark und unberechenbar, wenn wir eine unsichtbare Linie zu ihnen überschreiten.

In Namibia kommen Elefanten in Nationalparks und außerhalb von Naturschutzgebieten in kommunalen Hegegebieten vor. Sie leben in der Namib-Wüste, in ariden Gegenden in der Kuneneregion im Nordweste und im Nordosten in den weiten Savannen und Mopane-Wäldern sowie an Flüssen und in Waldgebieten.

Ihr größter Feind ist der Mensch, der sie nicht nur wegen ihrer Elfenbeinzähne tötet, sondern der auch ihren Lebensraum immer mehr bevölkert und einschränkt. Dabei kommt es zu Konflikten zwischen Mensch und Tier, wobei das Tier meist den Kürzeren zieht.

Der ehemalige Naturschutzbeamte Tommy Hall betont, dass Elefanten von Natur aus Angst vor Menschen haben und sie meiden. Die grauen Riesen sind Menschen gegenüber meist nervös. Gründe dafür sind Hall zufolge die Wilderei und die Jagd für den Eigengebrauch. Teilweise sind auch die Trophäenjagd und der Konflikt mit Ackerbauern daran schuld, dass Elefanten dem Menschen nicht trauen. Kommen sie den bestellten Feldern zu nah, werden sie mit Lärm und Schüssen verjagt. Elefanten vergessen solche Erlebnisse nicht, betont Hall, der seit Jahrzehnten mit Elefanten lebt und sie beobachtet.

Touristen spielen ebenfalls eine große Rolle dabei, dass es zu Vorfällen mit Elefanten kommt. Sie fahren zu nah an die Tiere heran, denn aus Film und Fernsehen kennt man sie als friedlich und sanft. Dann wird plötzlich das Fahrzeug gestartet, die Elefanten erschrecken. Eine weitere negative Begegnung mit dem Menschen prägt sich dem Dickhäuter ein. Hall zufolge gibt es Elefantenherden, die fast täglich von Touristen belästigt werden, egal ob sie fressen, ruhen oder trinken.

Was sollte man also tun, wenn man Elefanten entdeckt? Halten Sie mindestens 50 m Abstand und verhalten Sie sich ruhig. Bei Gruppen mit Jungen ist besondere Vorsicht geboten, da Elefantenkühe ihren Nachwuchs gegen jede Gefahr beschützen.

Hebt der Elefant seinen Kopf höher als seine Schultern, stellt seine Ohren nach vorne und sind die Augen deutlich zu erkennen, heißt das, dass er verärgert ist und sich bedroht fühlt. Spätestens jetzt sollte man sich ruhig und langsam zurückziehen. Denn wenn er erstmal den Schwanz L-förmig zur Seite knickt, dann könnte es zu spät für einen geordneten Rückzug sein. Der abgeknickte Schwanz deutet an, dass er kurz vor einem Angriff steht…

Interessiert? Ausführliche Tipps finden Sie im Beitrag von Dirk Heinrich: Vorsicht vor Elefanten in freier Wildbahn.

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