Faszinierendes „Wasserloch“: der Otjikoto-See

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Otjikoto-See bei Tsumeb
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Rund 20 Kilometer nordwestlich von Tsumeb liegt ein Karstsee, um den sich faszinierende Geschichten ranken. Er heißt Otjikoto-See und ist einer von nur zwei natürlichen Seen in Namibia.

Die einheimischen Völker wussten seit uralten Zeiten von der mit Wasser gefüllten Doline. Es ist überliefert, dass dort mit Kupfer vom Malachit-Hügel in Tsumeb gehandelt wurde. Einst kamen die weiter nördlich lebenden Ondonga zum Otjikoto-See, um Waren wie Äxte, Töpfe, Tabak und Salz gegen Kupfererz zu tauschen.

Die Ovaherero gaben dem runden See im Dolomitgestein seinen Namen. Otjikoto heißt tiefes Loch. Die San fürchteten sich vor dem unergründlichen Gewässer und nannten es Gaisis, was „sehr hässlich“ bedeutet.

Tsumeb Museum
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Es wird erzählt, dass die Forschungsreisenden Francis Galton und Charles Andersson 1851 auf dem Weg von Walvis Bay zum Ngami-See in Botswana im Otjikoto-See ein Bad nahmen. Sie erfrischten sich und stiegen unversehrt wieder an Land – sehr zum Erstaunen der Ovaherero und Owambo in ihrer Reisegruppe, die damit gerechnet hatten, dass die beiden Forscher in den Tiefen des Sees verschwinden würden.

Mitte 1915, kurz bevor der Erste Weltkrieg in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika endete, versenkte die Schutztruppe Munition, Maschinengewehre und Feldgeschütze im Otjikoto-See. Sie sollten bei der Kapitulation nicht in die Hände des südafrikanischen Gegners geraten. Erst zu Beginn der Achtzigerjahre gelang es Tauchern, diese Waffen zu bergen. Sie wurden restauriert und sind seither im Museum von Tsumeb zu sehen.

Die geologische Geschichte der Doline reicht 700 Millionen Jahre zurück, als die Verkarstung des Dolomits begann: Regenwasser sickerte durch das Karbonat-Gestein und löste es langsam aber sicher auf. Der Otjikoto-See ist eine für Karstlandschaften typische Erscheinung. Ursprünglich war er eine Höhle, die nahe der Erdoberfläche entstand. Als die Decke zu schwer wurde, brach sie ein und wurde zur Sinkhöhle – ein trichterförmiger Krater, der als Doline bezeichnet wird. Liegt der Boden einer Doline unter dem Grundwasserspiegel, füllt sie sich mit Wasser und wird Karstsee genannt.

Der Otjikoto-See hat einen Durchmesser von rund 100 Metern. Die Tiefe wechselt zwischen etwa 60 bis 100 Metern. Es wird vermutet, dass der Otjikoto-See unterirdisch mit dem 15 km entfernten Guinas-See verbunden ist, dem zweiten natürlichen See Namibias.

Den ausführlichen Bericht zum Otjikoto-See von Ron Swilling finden Sie hier.

Otjikoto-See

 

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