Fotografieren in Namibia

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Ein seltenes Schauspiel... Durch feuchte Luft hervorgerufen, bildet sich eine Korona oder auch Areole um die Sonne. Nur mit einem Weitwinkel von 16mm (Vollformat) oder 28 bei meiner Mittelformatkamera war es möglich, den gesamten Kreis auf einem Bild einzufangen.
Ein seltenes Schauspiel... Durch feuchte Luft hervorgerufen, bildet sich eine Korona oder auch Areole um die Sonne. Nur mit einem Weitwinkel von 16mm (Vollformat) oder 28 bei meiner Mittelformatkamera war es möglich, den gesamten Kreis auf einem Bild einzufangen.

An dieser Stelle werden in regelmäßigen Abständen fotografische Tipps, Tricks und Ideen vorgestellt, Bilder besprochen oder für Fotografen interessante Orte entdeckt. Um das Lesen zu erleichtern, wird der Begriff Fotograf verwendet, der selbstverständlich Fotografinnen einschließt. Es wird Themen im Wechsel geben, die gleichermaßen für fotografische Einsteiger, die sich in Afrika zu Hause fühlen, interessant sind sowie für Fotografen, für die seit Jahren ihre Ausrüstung zum Werkzeug geworden ist, die aber das erste Mal damit in Afrika unterwegs sind.

Bevor wir uns in den Fortsetzungen mit Motiven, Technik und Einstellungen befassen, wollen wir die Frage klären: Warum sind wir hier, hier in Namibia? Warum ist Namibia für uns Fotografen so wichtig, was macht es für Fotografen so wertvoll?

Immer wieder kommen die Zebras an die kleine Wasserstelle und wirbeln Staub auf. Auch wenn die Position der Tiere nicht optimal ist, lässt sich durch Aufhellen und Kontrastverstärkung die Dramatik der Situation erhöhen, und unser Blick bleibt an dem Bild hängen.
Immer wieder kommen die Zebras an die kleine Wasserstelle und wirbeln Staub auf. Auch wenn die Position der Tiere nicht optimal ist, lässt sich durch Aufhellen und Kontrastverstärkung die Dramatik der Situation erhöhen, und unser Blick bleibt an dem Bild hängen.

Fließende Formen und Farben, Kontraste und Gegensätze, klare Linien, verschwommene Horizonte, flirrende, undurchsichtige Flächen entstehen hier immer wieder neu durch Licht und den Einfluss von großen Temperaturunterschieden. Das Land bietet in schönstem Licht alle erdenklichen Wüstenmotive, die sich häufig leicht ablichten lassen. Das heißt, fotografisch interessierte Anfänger oder sogar Reisende, die nur mit einfachster Kamera oder Handy ausgerüstet sind, können Bilder machen, die über die reine Reisedokumentation hinausgehen und zu den Highlights des heimischen Fotoalbums werden.

Wegen des außergewöhnlichen Lichts reisten die Impressionisten Anfang des 20. Jahrhunderts an die „Quelle des Lichts“ nach Südfrankreich, um mit ihren Motiven zu sprechen, selbst im Licht stehen zu können, es aufzunehmen und ein Teil davon zu werden. Sie bildeten den Alltag ab und fanden einzigartige Naturmotive, die durch Licht, den Blick des Künstlers und seiner Umsetzung bis heute überdauerten.

Der Blick vom Deadvlei Richtung Sossusvlei zeigt die typische Dünenformation mit „Big Daddy“ in der Mitte. Durch meine tiefe Position, ein Stück abseits der Hauptwege, konnte ich den großen Parkplatz und störende Fußspuren auf dem Bild vermeiden.
Der Blick vom Deadvlei Richtung Sossusvlei zeigt die typische Dünenformation mit „Big Daddy“ in der Mitte. Durch meine tiefe Position, ein Stück abseits der Hauptwege, konnte ich den großen Parkplatz und störende Fußspuren auf dem Bild vermeiden.

Im 21. Jahrhundert geht der Blick weiter in den Süden, zu den exotischen Motiven nach Afrika, die sich in Namibia konzentrieren, um sich zur richtigen Tageszeit im besten Licht präsentieren zu können. So scheint das Land die „Neue Quelle des Lichts“ zu sein, zu dem es die Fotografen aus aller Welt zieht, um einmal die Atmosphäre zu spüren, um einmal mit der Kamera in der Umgebung aufzugehen, in der das Licht zum Erlebnis wird.

Nicht nur die weite Landschaft können Sie während der Reise leicht einfangen und zu den verschiedensten Tageszeiten durch den Sucher entdecken, sondern auch die unterschiedlichsten Tiere, von skurrilen Insekten über imposante Elefanten bis zu farbintensiven Vögeln. Sie alle geben dem Betrachter die Möglichkeit, sie mit etwas Geduld ablichten zu können. Außerdem sind die verschiedenen Ethnien offen gegenüber Touristen und lassen einmalige Einblicke in ihre Lebenswelt zu, die Sie als interessierte Fotografen mit der Kamera erleben dürfen.

An abwechslungsreichen Motiven mangelt es nicht. Dadurch haben Sie Zeit, auf die richtige Beleuchtung zu warten, die aus dem Motiv die gewünschten Eigenschaften hervorholt (z. B. Dramatik oder Ruhe).

So ist nicht nur für mich in Namibia das Licht oft wichtiger als das Fotoobjekt selbst. Die verschiedenen Lichtsituationen entscheiden meist, ob ich die Kamera in die Hand nehme oder in der Tasche lasse und das Objekt, ob ich abdrücke oder nicht. Durch das Licht wird das Objekt erhöht und das Bild kann in den Rahmen der Kunst treten. Es tritt hervor aus dem subjektiven, einfachen Bild der Urlaubserinnerung. Es hinterlässt Spuren beim Betrachter, die sich in einem anerkennenden Wow äußern und damit auch in der Öffentlichkeit Beachtung finden können.

Ruhig saß ich hinter einem Holzbalken und wartete, bis der junge Nashornbulle in meiner Nähe war. Seine Neugier und seine positive Erfahrung mit Menschen gaben mir die Möglichkeit, auf Augenhöhe einige Bilder zu machen. Durch Endsättigung und Kontrastverstärkung konzentriert sich unser Blick auf die Struktur der Haut.
Ruhig saß ich hinter einem Holzbalken und wartete, bis der junge Nashornbulle in meiner Nähe war. Seine Neugier und seine positive Erfahrung mit Menschen gaben mir die Möglichkeit, auf Augenhöhe einige Bilder zu machen. Durch Endsättigung und Kontrastverstärkung konzentriert sich unser Blick auf die Struktur der Haut.

Der Sinn des Fotografierens mag für jeden vielfältig sein. Für mich besteht er nicht nur aus der Lust der Tätigkeit, die ich mit anderen teile, sondern auch aus der besonderen Art des Fokussierens der eigenen Sinne auf das Wesentliche, das ich abbilden möchte. Das Wesentliche zeigt sich mir in Natur, Tier und Mensch, die ich fotografiere, das Wesentliche finden Sie in Namibia!

Wann geht Ihre Reise los?

Namibia zwingt den Fotografen, nur mit dem Auge eines Fotografen das Land wahrzunehmen.

Das Fotografieren in Namibia hinterlässt Spuren in der eigenen Wahrnehmung.

Über den Autor

Lambert Heil
Lambert Heil

Lambert Heil fotografiert seit vielen Jahren Wildlife, Natur, Menschen und typische Reisesituationen in Afrika und Europa. Er bildet den Lebensraum ab, in dem sich das Leben von Menschen und Tieren abspielt. Meist ist es die Natur, manchmal Urbanes, das den Rahmen für das Fotoobjekt bildet.

Der ehemalige Reiseredakteur ist seit fast 30 Jahren Veranstalter von Naturreisen und arbeitet als Zoopädagoge im Münchner Tierpark Hellabrunn. Deshalb kennt er sich bestens mit Mensch, Natur und Tieren aus. Im Rahmen vieler Fotokurse in Tierparks und Wildgehegen, aber auch auf seinen Fotoreisen gibt er praktisches Wissen an Fotografen weiter. Als leidenschaftlicher Wildlife-Fotograf begleitet er deshalb mehrmals im Jahr Interessierte nach Afrika. Er hält darüber hinaus Vorträge über Natur im Allgemeinen und zu Afrika im Besonderen.

Sein Buch Tierfotografie, an dem er als Koautor mitwirkte, erschien Anfang des Jahres 2017 im renommierten Rheinwerkverlag in Deutschland. Darüber hinaus ist er Pentax Markenbotschafter.

Was ist für ihn wichtig in der Fotografie? „Für mich sind Wildlife Fotos mehr als Tierportraits, denn die kann im Zoo jeder machen und das häufig besser und leichter als auf einer Safari.  Nicht die Nähe ist für mich einzig entscheidend, sondern der Lebensraum und das Verhalten der Tiere. Im Überblick zeigen sich Zusammenhänge, die man im Detail (auch wenn es noch so schön ist) nicht erkennen kann.“

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