Im Rampenlicht: Elemothos Lieder erzählen Geschichten

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RoadSide

Der namibische Liedermacher Elemotho (mit vollem Namen Ele Motho Gaalelekwe Richardo Mosimane) ist ein zeitgenössischer Geschichtenerzähler, der seine globalen Erfahrungen in die Texte seiner Lieder webt. Sein Herz ist fest im afrikanischen Boden verankert.

Das afrikanische Element in Elemothos Liedern ist kraftvoll und unverkennbar. Er schöpft aus den Erlebnissen seiner Kindheit auf einer Farm in der Weite der Omaheke, über der sich unendlich hoch der blaue Himmel wölbt. Seine jungen Jahre waren geprägt von Geschichten, die seine Großmutter am Feuer erzählte, vom Gesang und Tanz des Batswana-Volkes und von den Melodien aus dem Radio.

Später, als er in Windhoek zur Schule ging, nutzte er seine kreativen Talente zum Schreiben und Zeichnen. Im Schülerheim tauschte er seine Skizzen gegen Brotschnitten. Seinen natürlichen Rhythmus entdeckte er jedoch erst an der Universität. Sein Potential als Sänger kam zum Vorschein, als eines Tages die Band eines Freundes am Proben war und er spontan mitsang. Die Mitglieder der Band forderten ihn auf, ein anderes Mal erneut mitzumachen – und so kam der Stein 1996 ins Rollen. Er begann Cover-Versionen aufzunehmen und lernte Gitarre spielen, inspiriert von Musikern wie Hugh Masekela und Bob Marley. Er und seine Band Tcoqma fingen an, eigene Lieder zu schreiben, mit denen sie den Klang des unabhängigen Namibia wiedergeben wollten. Dabei nutzen sie eine ganze Reihe unterschiedlicher Stile, von den klatschenden Rhythmen der San und den geistigen Gesängen der Ovaherero bis hin zu den Einflüssen von Jazz, Reggae, Rock und Kwaito. Ihr Ziel war, dem neuen Staat eine Stimme zu geben und in ihr das Erbe der einheimischen Volksgruppen, die Lieder und mündlichen Überlieferungstraditionen ihrer Ahnen zu vereinen.

Elemotho

Mit dem Abschluss seines Studiums der afrikanischen Philosophie und Psychologie an der Universität von Namibia war es für den jungen Elemotho an der Zeit, flügge zu werden. Er nahm seine Gitarre und ging auf Reisen. Es wurde eine Weltreise, auf der er viele fremde Kulturen kennenlernte und sich einen Begriff von der generellen Verfassung der Menschheit machte. Doch trotz aller neuen Erfahrungen und der breiteren globalen Perspektive sang und singt er weiterhin in den namibischen Sprachen (und auch in Englisch) und ehrt damit sein Heimatland. In einem seiner frühen Lieder heißt es: „Da ist ein Land der großen offenen Weite, so viele viele wundervolle Gesichter – Namibia!“, und „Sei stolz auf deine Wurzeln.“

Elemothos Musik ist stets mehr als eine unterhaltsame, lebhafte Melodie. Sie ist voller Anliegen und Botschaften. Er drückt es so aus: „Geschichtenerzählen am Feuer war Teil meiner Kindheit, und als mir klar wurde, dass ich keine Lust mehr hatte, die Musik von anderen Leuten aufzuführen, wollte ich Musik schaffen, zu der man tanzen will und der man zuhören möchte, die einen lachen und weinen lässt, mit der man Frieden und auch Weisheit findet.“

Elemothos erstes Album „The system is a joke“ (das System ist ein Witz) kam 2003 heraus. Damit hinterfragte er unsere Konditionierung und die Welt des Geldes, in der kein Platz für Weisheit oder Volkstümlichkeit ist. Mit der Situation der Menschheit befasste er sich 2008 in seinem zweiten Album „Human“ (menschlich). Mit seinem dritten Album „Ke Nako“ (Es ist Zeit), das 2012 folgte, gewann er den Prix Découvertes 24 von Radio France International. Ein Teil des Preises ist eine ausgiebige Reise durch den afrikanischen Kontinent. Dieser Tage, als Ehemann und Vater von zwei Kindern, ist ihm bewusst, dass Liebe immer die Antwort ist, ganz gleich, in welcher Situation. Und so ist Liebe das ständig wiederkehrende Thema in seinem jüngsten Album „It is a beautiful world“ (Es ist eine schöne Welt). „Beautiful World ist ein Titel der Positivität in einer Welt, die immer mehr auf Negativität zugeht“, sagt Elemotho.

In seiner Musik bringt er Hoffnung und Optimismus, Liebe und Lebensfreude zum Ausdruck.

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