Kaltfront bringt Minusgrade und Eisregen im Süden Namibias

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Hagelfläche auf Farm Orion südöstlich von Maltahöhe im Süden Namibias. Foto: Wihan Cilliers

Eine heftige Kaltfront lässt den Süden und die Landesmitte Namibias zurzeit frösteln. Die Temperaturen sanken örtlich sogar unter den Gefrierpunkt. Ein Tiefdruckgebiet sorgte in einigen Gegenden sogar für Eisregen oder Hagel.

Wie auf der Farm Orion an der D 804 etwa 90 km südöstlich von Maltahöhe. Dort gab es Frost. Farmer-Ehepaar Wihan und Elize Cilliers schickte NamibiaFocus gestern Abend Fotos, die auch aus Skandinavien stammen könnten.

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Hagelkörner auf Farm Orion südöstlich von Maltahöhe im Süden Namibias. Foto: Wihan Cilliers

“Die Temperatur lag um 11.00 Uhr vormittags immer noch bei minus 3 Grad”, textete die Farmerin. “Um 17.00 Uhr gab es immer noch Hagelflecken, die sich nicht auflösten.”

Bedrohung für Schafe, Schaden im Farmhaus

Und wie steht es um die Schafe? “Wir werden morgen im Laufe des Tages sehen, ob wir Tiere verloren haben”, so die Antwort gestern Abend. “Die Nacht wird sehr kalt und nass, da der Boden aufgeweicht ist. Solange es keinen Wind gibt, sollte es ihnen gut gehen.”

Eisregen und Hagel sorgten auch für Schaden am Farmhaus. Genauer: Im Haus. “Ein einziges Chaos”, berichtet Elize Cilliers. “Das Schmelzwasser vom Hagel auf dem Dach ist durch das Blech und durch die Decke der Zimmer gesickert und auf unsere Möbel getropft. Das war ein Schock.”

Grüne Weide, wenn es wärmer wird

Der (vereiste) Winterregen hat aber auch etwas Gutes. “Wir werden hoffentlich einen guten Start mit grüner Weide haben, wenn es wärmer wird”, sagt das Farmer-Ehepaar. “Da ist immer etwas, wofür man dankbar sein kann.”

Mit Kaltfronten zieht eisige Luft aus der Antarktis über das südliche Afrika. Tiefdruckgebiete können zudem für Winterregen sorgen. Kommen beide Phänomene zusammen, fällt der Regen auch als Schnee, Eisregen oder Hagel. Bereits während der ersten heftigen Kaltfront Mitte Juni hatte es im Süden Namibias hier und da ein wenig geschneit.

Frost auch in Gobabis und Stampriet

Die Website Namibia Weather meldete die niedrigsten Temperaturen aus dem Osten des Landes (heute 7.00 Uhr): Minus 3 Grad in Gobabis und minus 2,5 Grad beim Kalahari Farmhouse in Stampriet. Aus Windhoek wurden (plus) 2,7 Grad gemeldet.

Nach Norden hin stiegen die frühmorgendlichen Tiefstwerte: Etosha King Nehale am Ostrand der Etosha-Pfanne 3,3 Grad, Hakusembe River Lodge bei Rundu 7,3 Grad, Etosha Safari Lodge südlich von Okaukuejo 4,9 Grad, Palmwag Lodge & Camp westlich von Etosha 6 Grad und Omarunga Epupa-Falls Camp bei den Epupa-Fällen am Kunene 9,7 Grad.

Ausnahmsweise keine Minusgrade in Aus

Der Ort Aus im Südosten Namibias dagegen war von Minusgraden verschont. Die Wetterstation von Klein-Aus Vista meldete 5,7 Grad. Gewöhnlich sorgen Kaltfronten mit ihrer Kaltluft aus der Antarktis dort für einen eisigen Tagesbeginn. Auch Schnee ist in Aus nicht unbekannt.

Tagsüber ist es jedoch auch im namibischen Winter gewöhnlich nicht kalt. Die Tageshöchstwerte liegen normalerweise zwischen 15 und 25 Grad. Weht ein leichter Wind, ist man allerdings für einen Pullover dankbar und sitzt gerne an windgeschützter Stelle in der Sonne.

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Ungewöhnlich: Auch mittags gegen 13.00 Uhr sind die Eiskörner noch nicht geschmolzen. Foto: Wihan Cilliers, Farm Orion südöstlich von Maltahöhe im Süden Namibias

 

Autor dieses Beitrags ist Sven-Eric Stender. Er stammt aus Hamburg und arbeitet seit 1986 als Journalist. Seit 1998 lebt er in Windhoek und hat sich auf die Themen Reise, Natur, Menschen und Geschichte Namibias spezialisiert. Für Fragen oder Anregungen ist er zu erreichen unter .

 

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