Kunstausstellung lässt afrikanische Geschichte(n) aufleben

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Buschpilot, Skulptur von Florian Junge
Eine Skulptur von Florian Junge bei der Ausstellung „Echoes in the Dunes“. Foto: Fine Art Gallery, Swakopmund

Die Fine Art Gallery in Swakopmund lädt vom 6. September bis 6. Oktober 2019 zu einer beeindruckenden Ausstellung dreier zeitgenössischer Künstler ein, unter dem Titel Echoes in the Dunes. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich um Kohlezeichnungen, Skulpturen und Schmuckstücke, die auf althergebrachten Erzählungen der Buschmänner aus dem Buch Specimens of Bushmen Folklore beruhen.

“Für uns sind diese Geschichten ein Flüstern im Wind, ein Echo, das über die Dünen der Kalahari klingt, wo diese ethnischen Gruppen ihr Leben verbracht haben”, sagt Martina von Wenzel, Inhaberin der Fine Art Gallery in Swakopmund. “Wir hoffen, dass die Magie eines Geistes, der frei von europäischen Konventionen und Normen ist, das Verständnis des Betrachters für Afrikas Wunder weckt.”

Karakal, Kohlezeichnung von Christine Lamberth
Eine Kohlezeichnung von Christine Lamberth. Foto: Fine Art Gallery, Swakopmund

Eine kurze Vorstellung der Künstler

Christine Lamberth ist eine südafrikanische Grafikerin, die fast ausschließlich mit Kohle auf Papier arbeitet. Ihre kühnen Bilder entführen den Betrachter in ein Afrika, das die Künstlerin fasziniert. Christine hat die einzigartige Fähigkeit, ein Stück weißes Papier in ein stimmungsvolles Bild zu verwandeln. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Bildender Kunst und ist eine leidenschaftliche Botschafterin für den Naturschutz.

Florian Junge wurde in Hamburg geboren und zog als Kind mit seiner Familie nach Mosambik. Heute lebt er in Südafrika. Florian ist ein Bildhauer, der mit recycelten Materialien arbeitet. Er ließ sich von seinem Vater inspirieren, den er als wahren natürlichen Künstler bezeichnet. Wie der Vater sieht der Sohn die Kunst in fast allem. Florian verwandelt Alltagsgegenstände in Kunstwerke, mit ganz viel Emotionen, die er dem Betrachter erfolgreich vermittelt.

Chris Snyman ist ein namibischer Künstler, Bildhauer und Juwelier. Er formuliert seine Ideen in verschiedenen visuellen Disziplinen und mit einer Vielzahl von Materialien und Techniken. Chris hat eine Ausbildung als Goldschmied absolviert. Heute liebt er es, verschiedenen Rohstoffen seinen kreativen Stempel aufzudrücken, manchmal im industriellen Maßstab. Er manipuliert überdimensionale Abschnitte aus Baustahl und bemalt große Leinwände mit lebendigen Farben.  Spontanität und Freiheit sprechen aus dem großzügigen, schwungvollen Pinselstrich in seinen stimmungsvollen Kompositionen.

Afrikanische Überlieferungen als Inspiration

Der deutsche Anthropologe Dr. W.H.I. Bleek veröffentlichte 1873 nach einer Afrikareise das Buch Specimens of Bushmen Folklore. Die 16 Geschichten, die aus diesem Buch für die Ausstellung ausgewählt wurden, erzählen fantastische Geschichten über Tiere, die sich verwandeln, die zerfallen und sich wieder zusammensetzen; und über Tiere und Menschen, die auf eine Weise verschmelzen, die für den westlich geprägten Verstand nicht immer Sinn macht. Etwas Wunderbares haftet diesen Erzählungen an, die uns einen kleinen Einblick in den Geist einzigartiger und unbekannter Wesen gewähren.

“Diese alten Überlieferungen haben uns inspiriert. Sie erzählen die Geschichte von einem Afrika, das nur wenige von uns erlebt haben”, sagt Martina von Wenzel von der Fine Art Gallery. “Mit unserer Ausstellung hoffen wir, die Geschichten zum Leben zu erwecken und mehr Kindern Afrikas die Möglichkeit zu geben, einen Blick in diese verborgene Schatzkammer zu werfen.”

Springbok, Kohlezeichnung von Christine Lamberth
Ein weiteres Ausstellungsstück der Künstlerin Christine Lamberth. Foto: Fine Art Gallery, Swakopmund

Die Geschichte hinter der Ausstellung

In den Anfängen des afrikanischen Kontinents existierte eine kleine Gruppe von Menschen, die durch die Savannen streiften. Klein von Statur und geprägt von der afrikanischen Landschaft, zogen sie von Ort zu Ort. Sie lebten im Einklang mit der Natur.

Die wilde afrikanische Landschaft lehrte diese Menschen, sich aufeinander zu verlassen. Die Familienbande waren stark. Ihre isolierte Existenz sorgte dafür, dass nur sehr wenig über sie bekannt war. Selbst als die Welt sich weiterentwickelte, waren sie für europäische Missionare kaum erreichbar. Ihre Überzeugungen und Mythen blieben erhalten.

Ihr tägliches Dasein war erfüllt von der Jagd nach Nahrung. Als Jäger und Sammler bauten sie weder Nahrungspflanzen an noch hielten sie Tiere. Sie verließen sie sich ganz auf das, was sie für ihren Lebensunterhalt finden konnten. Die Natur war ihr Versorger. Jeden Tag gingen die Männer im Morgengrauen auf Jagd, ihre schnellen Füße trugen sie durch heißen Sand auf der Suche nach einer Antilope, mit der sie ihre Familie versorgen konnten. Sie lernten schnell, wo Gefahr lauerte, und wussten die Zeichen der Natur zu deuten. Auch Frauen und Kinder beteiligten sich an der Nahrungssuche, sie sammelten Samen, Wurzeln und Früchte.

Sobald die sengende afrikanische Sonne untergegangen war, versammelten sie sich um ein Feuer. Sie kochten und feierten ihr Jagdglück mit Erzählungen von fantastischen Fabelwesen und suchten nach Erklärungen für Begebenheiten des Tages.

Inke Stoldt

Ausstellung: ECHOES IN THE DUNES
6. September – 6. Oktober 2019
Fine Art Gallery, 34 Sam Nujoma Ave, Swakopmund, Namibia

 

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