Namibia verbietet Plastiktüten in Nationalparks

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Namibia, Plastiktüten verboten
Ein neues Schild verbietet Plastiktüten in Namibias Nationalparks. Foto: Brigitte Weidlich

Die namibische Regierung hat ab dem 22. November 2018 ein Verbot für Plastiktüten in den nationalen Naturparks eingeführt. Parkbesucher und ihre Fahrzeuge werden an den Eingangstoren vor Betreten der Parks durchsucht. Bei Missachtung des Plastiktütenverbotes innerhalb der Parks muss ein Bußgeld von N$500 (etwa 32 Euros) gezahlt werden. Es kann auch eine Haftstrafe bis zu sechs Monaten auferlegt oder beide Strafen verhängt werden. Allerdings sind manche Plastiktüten erlaubt (siehe unten).

Umwelt-und Tourismusminister Pohamba Shifeta hat das Verbot am Stichtag, den 22. November, auf einer öffentlichen Veranstaltung am Eingang zum Daan-Viljoen-Park angekündigt. Der Park befindet sich wenige Kilometer westlich von Windhoek.

„Das Verbot gilt ab sofort und ist ein wichtiger Schritt, der unsere ernsthaften Bemühungen, die Umweltverschmutzung zu kontrollieren, demonstriert“, sagte der Minister. „Dies  geschieht im Rahmen der nationalen Müllentsorgungsstrategie, dem fünften nationalen Entwicklungsplan und dem dritten nachhaltigen Entwicklungsziel – Gesundheit und Wohlbefinden – der Vereinten Nationen“, betonte Shifeta.

„Ich informiere hiermit die ganze Nation und alle Touristen aus dem Ausland, dass ab dem Stichtag Plastiktüten in unseren Parks verboten sind, gemäß der Ankündigung im Amtsblatt Nr. 6285 vom17. April 2017. Darin sind die abgeänderten Richtlinien der Naturschutzverordnung von 1975 angekündigt worden“, erklärte Minister Shifeta.

An den Eingangstoren der Naturparks stehen Mülltonnen für Besucher bereit, die ihre Plastiktüten nicht mitnehmen dürfen. Diese Tonnen werden regelmäßig geleert und der Müll zur Entsorgung abtransportiert.

Ausnahmen gelten für folgende Plastiktüten und -beutel:

# Mülltüten, die als solche ausgewiesen sind
# Plastiktüten, die in der Landwirtschaft verwendet werden# Plastiktüten, die für Proben (z. B. Geologie) und Analysen verwendet werden
# Plastikverpackung, die Teil von gekauften Waren ist
# durchsichtige Plastiktüten, die wieder verschlossen werden können.

Der Umwelt- und Tourismusminister hat  auch Touristikunternehmen, Tourismusverbände und die staatliche Behörde Namibia Tourism Board (NTB) aufgefordert, das neue Verbot bekanntzumachen und darüber aufzuklären.

Das Ministerium hat schon 2015 begonnen, das Vorhaben vorzubereiten. Es waren einige Schritte notwendig, um vorhandene Verordnungen abzuändern. Auch die Genehmigung des Kabinetts musste eingeholt werden. Sie erfolgte im August 2018, ein Kabinettsausschuss hat einen dementsprechenden Antrag des Ministeriums  begutachtet und empfohlen, diesen anzunehmen.

Eine weitere vom Kabinett gebilligte Maßnahme ist die Erhebung einer Gebühr auf Einkaufstüten aus Plastik. Diese Gebühren sollen an den Environmental Investment Fund (EIF) abgeführt und zur Verbesserung der Müllentsorgung und des Recycling in Namibia verwendet werden.

Schon 2017 hatte der Umweltbeauftragte (Environmental Commissioner) im Ministerium, Teofilus Nghitila, die geplante Gebühr angekündigt. Namibia will dem Beispiel anderer Afrikastaaten folgen, die Plastikbeutel bereits abgeschafft haben.

Laut Nghitila werden zurzeit Verhandlungen mit dem Finanzministerium geführt, wie die Gebühr umgesetzt werden kann. Das soll in Phasen geschehen. Der  Großhandel und der Einzelhandel habe Bereitschaft signalisiert, sagte Nghitila. Zukünftig soll auch der Import und die lokale Herstellung von Plastiktüten, die kohlensäure- und kalziumsalzhaltig sind, in Namibia verboten werden.

Inzwischen haben verschiedene Geschäfte und einige Supermärkte reagiert und bieten Kunden für einen geringen Betrag dauerhaftere Einkaufstaschen anstelle der Plastiktüten an. Kunden können in einigen Läden auch zehn gebrauchte Plastiktüten (die das Firmenlogo tragen) abgegeben und für eine stabile Einkaufstasche eintauschen.

Brigitte Weidlich

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