Namibias Wirtschaft auf den Punkt – Dezember 2021

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Namibias Wirtschaft auf den Punkt

Viele Gebiete in Namibia warten immer noch auf guten Regen, nachdem Mitte Dezember im Norden und Nordosten kräftige Regenschauer fielen.

Die meisten Industrieländer, die Ende November wegen der Omicron-Virus-Variante die Einreise aus Namibia und anderen Ländern des südlichen Afrikas verboten hatten, haben die Beschränkungen inzwischen aufgehoben und/oder werden dies bis zum 1. Januar 2022 tun.

Präsident Hage Geingob hat während des 38. nationalen Briefings zu Covid-19 mitgeteilt, dass die Infektionen der Omicron-Variante in Namibia zunehmen. Er gab am 14. Dezember bekannt, dass Namibia die vierte Covid-Welle erlebe. Die Regierung reduzierte die Teilnahme an öffentlichen Versammlungen von 500 auf 200 Personen für Versammlungen und Sportveranstaltungen. Diese Regelungen gelten vom 15. Dezember Mitternacht bis 15. Januar 2022. Eine Ausgangssperre wird vorerst nicht verhängt. Inzwischen können Namibier eine dritte oder Auffrischungs-Impfung gegen Covid erhalten und auch Kinder ab 12 Jahren können geimpft werden.

In Namibia werden Anfang nächsten Jahres zwei große Investitionen im der erneuerbaren Energiesektor getätigt.

Namibias Investment Promotion and Development Board (NIPDB) wurde von der European Society for Quality Research (EQSR) ausgezeichnet.

Namibias Zentralbank beließ ihre Leitzinsrate unverändert bei 3,75 Prozent. Die Inflation stieg von 3,6 Prozent Ende Oktober auf 4,1 Prozent Ende November, das teilte das nationale Statistikamt mit.

Namibia investiert in konzentrierte Solaranlage

Nach vier Jahren der Vorbereitungen plant Namibias Energieversorger NamPower, Anfang 2022 eine Ausschreibung für ein 50-130-MW-Concentrated-Solar-Power-Projekt (CSP) mit einem Speicher zu veröffentlichen.

Concentrated-Solar-Power'-Projekt in Marokko
Ein ‚Concentrated-Solar-Power‘-Projekt in Marokko. Foto: CSPFocus

Namibias derzeit installierte Leistung für seine Bevölkerung von etwa 2,4 Millionen Einwohnern beträgt 680 MW, muss jedoch noch aus dem kohledominierten Netz des benachbarten Südafrikas importiert werden.

Namibia will seine Importabhängigkeit verringern und erneuerbare Energiequellen ausbauen. Das CSP soll bis 2025 mit Kosten von 600 Millionen bis 1 Milliarde US-Dollar (ca. 15,5 Milliarden N$) abgeschlossen sein.

Laut Muller favorisiert NamPower das „Build, Own, Operate, Transfer“ (BOOT)-Modell durch eine öffentlich-private Partnerschaft für das CSP-Projekt. Durch die öffentlich-private Partnerschaft soll anschließend die Anlage nach 25 Jahren in namibischen Besitz gelangen.

Der zu erwartende Stromtarif würde je nach Größe des CSP und Energiespeicherkapazität unter 8 US-Cent pro Kilowattstunde (kWh) liegen. NamPower hat nun einen Transaktionsberater ernannt. Die Ausschreibung soll im ersten Quartal 2022 bekannt gemacht werden.

Deutschland unterstützt erneuerbare Energiespeichersysteme

Namibia wird dank eines Zuschusses aus Deutschland das erste Land im südlichen Afrika sein, das einen groß angelegten Speicher für erneuerbare Energien errichtet. Die Deutsche Botschaft in Windhoek teilte am 17. Dezember mit, dass die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hierfür einen Zuschuss von 20 Millionen Euro (rund 334,7 Millionen N$) bereitstellt.

Die Vereinbarung wurde in Windhoek mit der Nationalen Planungskommission unterzeichnet. Der staatliche Energieversorger Namibia Power Corporation (NamPower) wird das Projekt umsetzen.

Der Zuschuss wird für den Bau einer 58-Megawatt-BESS-Anlage (Battery Energy Storage System) im Umspannwerk Omburu etwa 12 km südöstlich von Omaruru verwendet.

Strom aus erneuerbarer Energieerzeugung sowie günstigere Stromimporte aus dem Southern African Power Pool (SAPP) können im BESS gespeichert und in Spitzenzeiten an Kunden geliefert werden. Diese Kapazität würde fossile Energie aus dem alternden lokalen Kohlekraftwerk Van Eck in Windhoek kompensieren.

„Im Rahmen der Vereinbarung hat sich NamPower verpflichtet, etwa zwanzig Prozent der Gesamtkosten des Projekts für den Bau der Übertragungsleitung sowie für die lokalen Steuern und Abgaben zu zahlen, die nicht in den Zuschussmitteln enthalten sind “, teilte die deutsche Botschaft mit.

Der Geschäftsführer von NamPower, Kahenge Haulofu, sagte: „Das Projekt 20 MW Battery Energy Storage System wird dazu beitragen, das nationale energiepolitische Ziel zu erreichen, bis 2023 80 Prozent des Energiebedarfs aus lokalen Quellen zu decken. Es wird auch unsere erneuerbaren Energien unterstützen, ebenso unser Ziel von 70 Prozent erneuerbaren Energien bis 2030. Es wird weiter dazu beitragen, die Energiekosten für die Kunden insgesamt zu senken“, sagte Haulofu.

Europäischer Preis für namibisches Investment Board

Das Namibia Investment Promotion and Development Board (NIPDB) wurde bei einer Preisverleihung und einem Kongress in Dubai von der European Society for Quality Research (EQSR) mit einem Quality Achievement Award ausgezeichnet.

In Dubai findet derzeit die Weltausstellung 2020 statt.

Dies ist die erste Auszeichnung, die die Behörde seit ihrer Inbetriebnahme im April dieses Jahres erhalten hat.

Die Leiterin des NIDPB, Nangula Uaandja, sagte, obwohl die Institution weniger als ein Jahr existiert, seien sie ein entschlossenes, agiles und belastbares Team, das sich voll und ganz der Erfüllung seines Mandats verschrieben habe, Investitionen in Namibia zu erleichtern und Möglichkeiten zu eröffnen, die eine bessere Lebensqualität für alle Namibier schaffen.

„Diese Auszeichnung und internationale Anerkennung der harten Arbeit, die wir leisten, um Namibia als attraktives Investitions- und Touristenziel weltweit zu vermarkten, freut uns sehr“, sagte Uaandja.

Die Europäische Gesellschaft für Qualitätsforschung mit Sitz in Lausanne, Schweiz, ehrt und fördert das Qualitätsbewusstsein, würdigt gute Geschäftspraktiken, technologische Innovationen und Qualitätsleistungen in Unternehmen, öffentlichen Verwaltungen und Organisationen weltweit.

Die Preisträger werden auf der Grundlage der Ergebnisse von Umfragen der Gesellschaft, Verbrauchermeinungsforschung und Marktstudien ausgewählt.

Bank of Namibia legt strategischen Plan vor

Namibias Zentralbank hat Anfang Dezember einen Strategieplan aufgelegt, der von 2022 bis 2024 umgesetzt werden soll.

Johannes Gawaxab, Governeur der Bank of Namibia
Johannes Gawaxab, Governeur der Bank of Namibia. Foto: New Era

Der Chef der Zentralbank, Johannes Gawaxab, sagte, mit der Annahme des neuen Plans werde die Bank eine stärkere digitale Transformation, finanzielle Inklusion und Wirtschaftswachstum vorantreiben und gleichzeitig eine stärkere Gesamtleistung bei der Erfüllung ihres Kernauftrags der Preis- und Finanzstabilität erbringen.

„Unser Betriebsumfeld hat sich stark verändert und unsere Verantwortung hat sich in ihrem Umfang erweitert. In dieser Hinsicht unterstreicht die jetzt bei der Bank übertragene makro-prudenzielle Aufsichtsverantwortung unsere zentrale Rolle für das Funktionieren des Finanzsystems. Ebenso hat die COVID-19-Pandemie zu Entscheidungen im politischen Umfeld geführt, die langfristige Auswirkungen haben, während die stabilisierende Kraft der Währungsbehörde während der Pandemie nachweisbar und wirksam war“, sagte Gawaxab.

Die digitale Transformation wird im Vordergrund stehen, um den Einsatz von Technologien zu automatisieren, zu modernisieren und die Effizienz zu erleichtern.

Einige Initiativen umfassen die Bewertung der Lebensfähigkeit digitaler Währungen und Einzelhandelsanleihen sowie die Einrichtung eines Innovationszentrums zur Förderung von Innovation und Kreativität im Fintech-Sektor.

Leonie Dunn,
Leonie Dunn. Foto: Namibian

Inzwischen hat Präsident Geingob die Amtszeit von Gawaxab um fünf Jahre verlängert. Er wurde im Juni 2020 ernannt, um die Vakanz von Iipumbu Shiimi zu besetzen, der Finanzminister wurde. Shiimis Amtszeit bei der Bank of Namibia wäre diesen Monat zu Ende gegangen. Der stellvertretende BoN-Chef Ebson Uanguta behält seinen Posten, aber zum ersten Mal wurde eine Frau zur zweiten stellvertretenden Chefin befördert. Leonie Dunn leitete seit der Gründung vor einigen Jahren das Financial Intelligence Centre (FIC) der Zentralbank. Wer ihr beim entscheidenden FIC nachfolgen wird, ist noch nicht bekannt.

Brigitte Weidlich

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