Namibias Wirtschaft auf den Punkt – Juli 2021

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Namibias Wirtschaft auf den Punkt

Der Juli brachte sehr kalte Temperaturen im Landesinneren und mehrere Phasen heißen Ostwindwetters für die Küstengebiete. Covid-19-Infektionen sind in der zweiten Monatshälfte deutlich zurückgegangen. Gesundheitsminister Kalumbi Shangula erklärte, der Höhepunkt der dritten Covid-Welle sei inzwischen erreicht und überschritten.

In Windhoek hat der Privatsektor zwei Durchfahrtszentren für Covid-19-Impfungen eröffnet, die den Druck auf andere Zentren verringern werden.

Die südafrikanische Außenministerin Naledi Pandor versicherte Namibia, dass es nach der Plünderung und Zerstörung von Geschäften Anfang Juli in zwei Provinzen keine Lieferengpässe aus Südafrika geben werde. Pandor war zu einem Arbeitsbesuch in Namibia, um unter anderem verstärkte Handelsmöglichkeiten zwischen den beiden Nachbarn zu erörtern.

Das Unternehmen Namibia Media Holdings (NMH) hat seine für dieses Jahr geplante Tourismusmesse abgesagt. In ähnlicher Weise hat die Bergbaukammer ihre jährliche Bergbauausstellung zur Jahresmitte abgesagt, wird jedoch ihre jährliche Bergbaukonferenz im September abhalten; sie wird allerdings virtuell stattfinden.

Präsident Hage Geingob hat eine achtköpfige „Task Force“ aus Informationstechnologie-Experten ernannt. Sie untersuchen, wie Namibia sich auf die vierte industrielle Revolution (4IR) vorbereiten und davon profitieren kann.

Fischfilet ist zu einem wichtigen Exportgut geworden, das zwischen Januar und März dieses Jahres mehr als N$1,2 Milliarden (ca. 70,5 Millionen Euro) an Exporteinnahmen für Namibia eingebracht hat. Dies teilte die Statistikbehörde mit.

Namibische Biere wurden bei einem afrikanischen Bierwettbewerb ausgezeichnet.

Die Inflationsrate lag Ende Juni bei 4,1 Prozent (Mai: 3,8 Prozent), das hat das nationale Statistikamt bekanntgegeben.

Außenministerinnen von Namibia und Südafrika
Südafrikas Außenministerin Naledi Pandor (l.) erörterte während ihres Arbeitsbesuches in Windhoek verschiedene Themen mit ihrer namibischen Amtskollegin Netumbo Nandi-Ndaitwah. Foto: Namibisches Außenministerium

Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent für dieses Jahr

Eine lokale Investmentgesellschaft prognostiziert, dass Namibias Wirtschaft in diesem Jahr um 2,1 Prozent wachsen wird. Der Forschungsleiter bei Cirrus Capital, Robert McGregor, stellte fest, dass die verringerte Diamantenproduktion, die langsame Einführung von Impfstoffen und die Auswirkungen der COVID-19-Beschränkungen auf Schlüsselsektoren das Wachstum verlangsamten. McGregor betonte jedoch, dass Namibias Wirtschaft im nächsten Jahr um 3,2 Prozent wachsen wird.

Laut dem jüngsten Wirtschaftsbericht des Unternehmens wird der Bergbau das Wachstum antreiben, insbesondere die Diamantenproduktion. Debmarine Namibia, eine Tochtergesellschaft von De Beers, erhält ihr neues Bergbauschiff 2021. Es wird über eine Produktionskapazität von einer halben Million Karat pro Jahr verfügen. Der Wirtschaftsbericht stellte jedoch fest, dass tiefgreifende Reformen in allen Sektoren erforderlich wären, um sicherzustellen, dass das Wirtschaftswachstum positive soziale Auswirkungen zeigt, wie zum Beispiel die Schaffung von Arbeitsplätzen und Investitionen, um die Ungleichheiten infolge der Covid-19-Pandemie auszugleichen.

Erste Bergbaulizenz für seltene Erdmetalle

Das kanadische Unternehmen Namibia Critical Metals (NMC) hat Ende dieses Monats von der namibischen Regierung nach mehrjähriger Exploration auf seinem Projekt Lofdal westlich von Khorixas eine Bergbaulizenz zum Abbau von Seltenerdmetallen erhalten. Die Abbaulizenz ist 25 Jahre bis 2046 gültig. NMC gab bekannt, dass das Lofdal-Projekt das Potential für den Abbau von Dysprosium und Terbium hat, den beiden wertvollsten schweren Seltenen Erden, die in Hochleistungsmagneten verwendet werden.

„Unser Ressourcen-Update zu Lofdal reiht das Projekt eindeutig unter die weltweit größten Projekte für Seltene Erden ein. Es ist eine fantastische Position“, sagte Darrin Campbell, Präsident von NMC.

NMC wird über seine namibische Tochtergesellschaft Namibia Rare Earths die Bergbauaktivitäten bei Lofdal durch ein Joint Venture mit der japanischen Regierungsgesellschaft Japan Oil, Gas and Metals National Corporation (JOGMEC) übernehmen. Japan sichert so die Versorgung der eigenen Wirtschaft mit diesen Metallen. Eine der Bedingungen der Bergbaulizenz ist, dass zwanzig Prozent des Joint Ventures an zuvor benachteiligte Namibier gehen. Der Bau der Bergbauinfrastruktur wird zu gegebener Zeit beginnen. Seltene Erden werden zunehmend für Elektrofahrzeuge und andere technologische Produkte nachgefragt.

Neue Ausrichtung der Fleischindustrie im Gespräch

Verschiedene Interessenvertreter aus dem Agrarsektor und von Organisationen aus der Privatwirtschaft tauschten sich virtuell mit dem Minister für Landwirtschaft, Wasser und Bodenreform, Calle Schlettwein, über das Wachstum der Fleischproduktion aus. Thematisiert wurde das Rind-, Hammel-, Schweine-, Geflügel- und Wildfleisch-Potenzial.

Diskutiert wurden unter anderem mögliche Massnahmen für Dürreperioden und die Aufstockung der Viehbestände, die optimale Ausnutzung der Schlachtkapazitäten; die Umsetzung einer Beweidungsstrategie und Entbuschung in Gebieten, die stark zugewachsen sind, um mehr Weideflächen für Nutztiere hinzuzufügen; die Überprüfung von Gesetzen und Richtlinien, die das Wachstum in diesem Sektor nachteilig beeinflussen.

Nach dem Treffen forderte der Minister den Fleischrat auf, ein Diskussionspapier zu erstellen, das zur Erholung und zum Wirtschaftswachstum der Fleischindustrie führen wird, damit sie erneut einen signifikanten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) leisten kann.

Dieses Dokument wird voraussichtlich Anfang August vorgelegt und enthält auch Vorschläge zur Finanzierung der Wartung und Reparatur des tierärztlichen Absperrzauns. Dieser Zaun, auch „rote Linie“ genannt, verhindert die Ausbreitung möglicher Tierkrankheiten wie Maul- und Klauenseuche aus Gemeinschaftsbereichen, die ansonsten Fleischexporte auf internationale Märkte wie Europa, China und die USA verhindern würden.

Namibische Biere bei Afrika-Bierwettbewerb ausgezeichnet

Brauerei Namibia Breweries Ltd in Windhoek
Bier ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Namibia, hier die Brauerei von NBL aus der Luft. Foto: NBL

Das Unternehmen Namibia Breweries Limited (NBL), ein Tochterunternehmen der Ohlthaver & List (O&L) Group, wurde beim African Beer Cup 2021 für verschiedene Biere ausgezeichnet. Der jährliche Wettbewerb zeichnet die besten Biere Afrikas nach verschiedenen Kategorien aus. NBL erhielt für sein Urbock-Bier eine Silberauszeichnung in der Kategorie Amber Malty European Lager. Die NBL-eigene Mikrobrauerei, die Swakopmund Brewing Company im Strand Hotel Swakopmund, erhielt eine Goldauszeichnung in der Kategorie Starkes Europäisches Bier für ihr Urbock Bier sowie eine Bronzeauszeichnung in der Kategorie Amber Bitter Europäisches Bier für ihr Helles Bier.

Der SBC-Braumeister Ronn Rittmann sagte: „Es ist uns eine Freude, all die präzisen Prozesse zu durchlaufen, um Produkte zu liefern, die wiederum andere genießen. Diese Anerkennung spornt uns an, weiterzudenken, das Handwerk zu feiern und nach dem Besten zu streben.“

Brigitte Weidlich

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