Natur und Kalender stehen auf Frühling

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Knopfdorn Namibia
Der Knopfdorn hat eine längliche cremefarbene Blüte und ist eine der ersten Akazien, die zu Beginn des Frühlings blühen. Diese Baumart kommt nur in der Sambesi-Region und in den nördlichen Teilen der Kavango-Regionen vor.

Der 1. September gilt auf der südlichen Halbkugel als Frühlingsbeginn. Laut Kalender ist der Winter dann vorbei, aber die Natur hält sich nicht an genaue Daten. So blühten die ersten Hakendornakazien (Acacia mellifera) bereits Ende August, z. B. östlich von Rehoboth, und kündigten damit in einigen Gegenden den Frühling an. Anderswo waren derweil nicht einmal Knospen auf den dornigen Zweigen zu erkennen. Am vergangenen Wochenende hatte in großen Teilen des Landes der Winter nochmals Einzug gehalten, teilweise mit Minusgraden (Celsius), nachdem eine Kaltwetterfront aus dem Kap nordwärts bis nach Namibia hineingezogen war. Die zarten weißen Kätzchenblüten der Hakendornakazien haben diesen Kälteeinbruch überstanden.

Hakendornakazie Namibia
Fast im ganzen Land ist die Hakendornakazie zu finden. Sie ist eine der ersten Akazien, die nach dem Winter blühen. Die Büsche sind im kommerziellen Farmgebiet zu einer Plage geworden und haben zur Verbuschung von Weideland beigetragen. Ihre Kätzchenblüten sind trotzdem ein willkommener Anblick zum Frühlingsbeginn.

Auch im Nordosten des Landes hat sich der Frühling in Form von zahlreichen Blüten bereits im vergangenen Monat angekündigt. Am Sambesi blühten die Acacia galpinii und Garcinia livingstonei, am Kwando der Knopfdorn (Acacia nigrescens) und Syzygium cordatum. Überall wo Blüten die kahle Winterlandschaft mit Farben bereichern, sind emsige Bienen dabei Nektar zu sammeln und manch einer freut sich jetzt schon auf den Akazienhonig, der bald erhältlich sein sollte. Selbst einige Kameldornbäume (Acacia erioloba) zeigen schon die ersten gelben Kätzchenblüten, denen bald die gleichfarbigen und ähnlich aussehenden Blüten des Weißdorns (Acacia karroo) folgen werden.

Die Botanikerin Herta Kolberg erläutert, dass steigende Temperaturen und im Boden vorhandene Feuchtigkeit die Bäume und Büsche stimulieren zu blühen und aus der winterlichen Ruheperiode zu erwachen. Deshalb sind in einigen Gegenden die Pflanzen bereits mit Blüten bedeckt, während wenige Kilometer entfernt, wo weniger Regen fiel, dieselbe Art nicht einmal Knospen vorweist.

Jetzt erwacht die Natur wieder zum Leben. Der Frühling ist da!

Dirk Heinrich

Garcinia livingstonei Namibia
Die männlichen Blüten des Garcinia livingstonei locken derzeit wie die weiblichen Blüten unzählige Bienen an. Wer neben einem dieser Bäume steht, hat das Gefühl, dass der gesamte Baum summt. Die später erscheinenden 25 bis 30 mm großen Beeren sind essbar. Auch diese Baumart kommt nur in den nordöstlichsten Teilen Namibias vor.

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