Neue Ära: Erstes Elektro-Auto auf Namibias Straßen unterwegs

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Elektro-Auto Namibia
Conrad Roedern mit dem BMW i3 REx, seinem neuen Elektro-Auto.

Knapp ein Jahrhundert nachdem das erste benzingetriebene Fahrzeug 1904 in Namibia eingeführt wurde, wird ein neues Kapitel in der Transportgeschichte geschrieben: Das erste Elektro-Auto rollte im Januar 2018 über die Grenze.

Auf dem ersten Blick sieht der schnittige Kleinwagen in schwarz-weiß mit Heckklappe und Haifischflossen-Antenne auf dem Dach wie jeder andere Neuwagen aus. Beim Öffnen der Kühlerhaube jedoch staunt man – der Motor fehlt. Stattdessen ist ein Kabel mit Stecker zu sehen. Der Wagen braucht weder Kühler noch ein Gehäuse für die Gangschaltung. Viele Fahrzeugteile sind aus starkem Karbonfasermaterial. Conrad Roeder hat das Elektro-Fahrzeug in Südafrika gekauft und es eigenhändig nach Namibia gebracht.

Pionier für erneuerbare Energien

Roedern ist von Beruf Ingenieur, nach seiner Einwanderung aus Deutschland gründete er 1989 in Namibia seine eigene Firma für Solartechnik. Als Pionier für erneuerbare Energien rüstete er einen Mini zum Elektro-Auto um. Mit diesem weißlackierten Fahrzeug demonstrierte er den Windhoeker Bürgern, dass es auch ohne fossile Treibstoffe gehen kann. Später rüstete Roedern einen Fiat Uno ebenfalls um, den der 2-Meter-Mann bis vor wenigen Monaten täglich fuhr. Der Uno hat eine Sonnenblume (aus Plastik) am Auspuff.

Umgerüsteter Fiat Uno Namibia
Diesen Fiat Uno hat Conrad Roedern zu einem Elektro-Fahrzeug umgerüstet.

Hindernisse auf dem Weg

Es nicht so leicht im südlichen Afrika Elektro-Autos zu kaufen. Obwohl BMW seine selbst entwickelten Elektro-Modelle i3 und i8 im März 2015 in Südafrika auf den Markt brachte, werden sie weder in Namibia noch in Botswana verkauft. Der Grund: BMW muss erst seine dortigen Verkaufsfilialen auf die dazugehörige neue Dienstleistung und Wartung vorbereiten und schulen. Es gibt noch keine öffentlichen Schnell-Ladestationen für E-Autos in Namibia.

Conrad Roedern holte sein neues Elektro-Auto in Durban ab. Dort stand der i3 auf dem roten Teppich bereit, von einem Tuch verdeckt, das unter Beifall und Glückwünschen der Belegschaft für den neuen Eigentümer weggezogen wurde. Dann wurde der Heimweg angetreten.

Die Frage „Haben Sie mal ‘ne Steckdose für mein Auto?“, fand gleichermaßen offene Ohren bei Freunden und fremden Menschen. An der Grenze zu Botswana gab es bei den Zollbeamten einige zeitraubende Hürden zu überwinden und viel Papierkrieg hüben und drüben zu erledigen. Das Staunen über das E-Auto war groß.

Konventionelles ‚back-up‘

Es war schon recht abenteuerlich quer durch Botswana zu fahren, ohne zu wissen, wo es die nächste Steckdose gibt. Doch der BMW i3 REx hat auch zusätzlich eine Hybrid-Lösung, genannt ‚range extender (REx)‘. Ein Mini-Tank für Benzin und eine kleiner Zwei-Zylindermotor treiben den eingebauten elektrischen Generator an, der Strom liefert. Dadurch kann der Wagen noch 120 bis 150 km weiter fahren als die bis zu 160 km mit Batterien, je nach Fahrweise.

Ein besonderer Augenblick war, als das Auto auf der 2.600 km langen Reise am 3. Januar namibischen Boden berührte. Conrad Roedern erinnert sich, dass er seiner Mitfahrerin zurief: „Wir bringen das erste Elektro-Auto nach Namibia!“

Den ausführlichen Beitrag von Brigitte Weidlich zum ersten Elektro-Auto in Namibia finden Sie hier.

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