Puffottern, verantwortlich für die meisten Giftschlangenbisse im südlichen Afrika

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Puffotter mit Jungen
Ein Puffotter-Weibchen mit neugeborenen Jungen. Puffottern bringen lebende Junge zur Welt, die sie sich selbst überlassen. Sie sind von Geburt an giftig.

Mit Ausnahme der Dünen in der Namib sind Puffottern fast überall in Namibia anzutreffen. Diese sehr gut getarnte Schlange kommt in verschiedenen Farbvariationen vor, von dunkelgrau über rötlich bis gelblich – aber immer mit dem gleichen charakteristischem Muster. Sie bewegt sich langsam, ist nachts am aktivsten und versteckt sich tagsüber im dichten Gras, unter Büschen, in Löchern oder irgendeinem anderen Unterschlupf am Boden. Morgens liegt sie gern neben Grasbüscheln, Felsen oder Gebüsch in der Sonne und am frühen Abend wärmt sie sich häufig auf der Teerstraße, insbesondere zu Beginn des Winters.

Wenn man durch den Busch streift, sollte man nie über einen umgestürzten Baumstamm steigen, sondern zuerst auf ihn treten; denn im Schatten auf der anderen Seite könnte sich eine Puffotter befinden. Wird sie aufgescheucht, reagiert sie zur Warnung meist mit zischenden und puffenden Geräuschen. Dann ist es ratsam, sich sofort still zu verhalten und ganz langsam den Rückzug anzutreten. Das beruhigt die Schlange und macht ihr klar, dass keine Gefahr droht. Doch wenn sie belästigt oder erschreckt wird, zieht sie den Kopf zurück, so dass sie S-förmig aussieht und attackiert mit unglaublicher Geschwindigkeit. Beim Angriff ist die Puffotter, Bitis arietans, eine der schnellsten Schlangen.

Puffotter Baumstamm
Auf dem umgestürzten Baumstamm liegt gut getarnt eine Puffotter.

Puffottern können sich nicht rückwärts entfernen, sind aber wie die meisten Schlangen gute Schwimmer. Ihre Fangzähne sind bis zu 18 Millimeter lang. Jede Schlange hat auf beiden Seiten mehrere Ersatzzähne, da sie sich ohne ihre Giftzähne weder ernähren noch verteidigen könnte.

Normalerweise bewegen sich Puffottern in einer geraden Linie vorwärts, aber wenn sie gestört oder bedroht werden, machen sie sich durch rasches Schlängeln davon. Sie können sich nicht in die eigene Schwanzspitze beißen, um geschwind einen Abhang hinunterzurollen. Puffottern fressen Ratten, Mäuse und andere kleine Säugetiere, am Boden lebende Vögel sowie Eidechsen, Kröten und zuweilen auch andere Schlangen. Sie selbst fallen häufig Kobras zum Opfer: der Anchietas Kobra und der Kap-Kobra. Ihr größter Feind ist der jedoch der Mensch, gefolgt von Raubvögeln.

Das Gift der Puffotter ist zytotoxisch, das heißt, es zerstört Gewebe und Blutzellen. Zu den Symptomen zählen extreme Schmerzen, Schwellungen und manchmal Blasen an der Bissstelle. Meist beißt die Schlange unterhalb des Knies zu, weil man sie wegen ihrer guten Tarnung nicht erkennt und ihr zu nahe kommt. Man muss so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Normalerweise ist ein Gegengift erforderlich.

Puffotter Namibia
Eine Puffotter verspeist eine Baumratte. Die Beute wird immer mit dem Kopf zuerst geschluckt, manchmal mit Hilfe der Fangzähne. Hier sind die Giftzähne deutlich sichtbar, aber nach hinten geklappt. Kobras haben sehr kurze Fangzähne, die sie nicht zurückklappen können.

Puffottern sind vivipar, was bedeutet, dass sie lebende Junge zur Welt bringen – jeweils 20 bis 40. Unmittelbar nach der Geburt befreien sich die Jungen aus ihrer Embryonalhülle, häuten sich zum ersten Mal, sobald sie trocken sind, und ziehen ihres Weges. Sie sind von ihrer Geburt an giftig. Die Mutter kümmert sich nicht um ihre Brut. Während der Paarungszeit produzieren Weibchen ein Pheromon, das Männchen anlockt. Oft folgen mehrere Männchen einem einzelnen Weibchen.

Es gibt keinen Grund, eine Puffotter zu töten. Mit einem Besen und einem Eimer oder einer Kiste kann diese Schlange leicht gefangen werden, aber sie muss behutsam in die Box oder den Eimer gelenkt werden. Wenn eine Puffotter durch grobe Behandlung Verletzungen erleidet (z. B. gebrochene Rippen), wird sie bei ihrer Freilassung gefährlich. Schmerzende Verletzungen werden sie veranlassen, schneller zu attackieren. Bei der Freilassung muss immer eine geeignete Stelle in freier Natur gewählt werden.

Dirk Heinrich

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