Der größte, die kleinsten und die meist bedrohten Reiher Namibias

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Zwergrohrdommel Namibia
Die Zwergrohrdommel ist zwar etwas größer als die Sturms Zwergrohrdommel, aber knapp 30 Gramm leichter. Beide Arten bevorzugen dichte Ufervegetation, wo sie auf Nahrungssuche gehen, brüten und vor Feinden Schutz finden.

Regungslos steht er im flachen Wasser. Geduldig wartet er und beobachtet das Wasser vor seinen Füßen. Blitzschnell stößt der lange spitze Schnabel nach vorn, Wasser spritzt und ein großer Afrikanischer Raubwels wird durchbohrt. Mühsam schleppt der Reiher den Fang ans Ufer, schüttelt den zappelnden Fisch vom Schnabel, beäugt ihn kurz und packt ihn dann am Kopf. Man hat das Gefühl, dass der lange dünne Hals dieses Gewicht nicht tragen kann und dass die große Beute niemals in einem Stück heruntergeschluckt werden kann. Aber der Reiher hebt den Kopf, ruckt drei, vier Mal mit dem Schnabel und schon verschwindet die Beute im Schlund. Der Goliathreiher (Ardea goliath) reckt sich zu seiner beachtlichen Größe von 1,50 Metern auf und beobachtet erneut aufmerksam die Umgebung. Er ist nicht nur Namibias größter Reiher, sondern der größte weltweit. Neben Fischen von beachtlicher Größe stehen auf seinem Speiseplan auch Frösche, Reptilien und kleine Säugetiere.

Goliathreiher Namibia
Eine recht ungewöhnliche Aufnahme eines Goliathreihers in Namibia.

Im dichten Schilf ist eine winzige Bewegung auszumachen. Kaum fühlt sich die Zwergrohrdommel beobachtet, reckt sie den Schnabel steil nach oben und hält aufmerksam nach der möglichen Gefahr Ausschau. Dabei kann sie mit beiden Augen am hochgestreckten Schnabel vorbeischauen. In dieser gut getarnten Position im Pflanzendickicht ist der Vogel kaum zu erkennen. Die Zwergrohrdommel (Ixobrychus minutus) und Sturms Zwergrohrdommel (Ixobrychus sturmii) sind die kleinsten Reiherarten Namibias. Sie sind knappe 36 cm bzw. 30 cm groß und wiegen 110 g bzw. 140 g. Sie ernähren sich hauptsächlich von Fröschen, kleinen Fischen und Wasserinsekten.

Als „stark gefährdet“ werden in Namibia der Braunkehlreiher (Egretta vinaceigula) und der Rotbauchreiher (Ardeola rufiventris) eingestuft. Der Braunkehlreiher, auch Schieferreiher genannt,  ist schiefergrau und hat eine rostbraune Färbung an der Kehle und am vorderen Hals. Der grauschwarze Rotbauchreiher hat die rostbraune Färbung am Bauch und auf den Flügeln. Er wird oft mit dem Glockenreiher verwechselt, unterscheidet sich von ihm jedoch durch seine gelben Beine. Diese beiden Arten bevorzugen Flutflächen und Sumpfgelände, wo sie im seichten Wasser auf Nahrungssuche gehen. Braunkehlreiher ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen, fressen aber auch Kaulquappen, Schnecken und Insekten. Der Rotbauchreiher frisst Fische, Frösche, Insekten und Würmer.

Der größte, die kleinsten und die meist bedrohten der Reiher-Familie sind alle am

Braunkehlreiher Namibia
Braunkehl- oder Schieferreiher sind in Namibia als „stark gefährdet“ klassifiziert. Der globale Bestand wird auf 3000 bis 5000 Vögel geschätzt, und in Namibia leben schätzungsweise nicht mehr als 300 Vögel dieser Art.

Okavango, Kwando, Sambesi und Chobe im Nordosten des Landes zu sehen. Der Goliath- und der Rotbauchreiher sowie die beiden Zwergrohrdommel-Arten sind zudem am Kunene im Nordwesten zu finden. In guten Regenjahren ziehen vor allem die Rohrdommeln im Lande umher und brüten an Teichen und Pfannen, wo für eine begrenzte Zeit ausreichend Wasser und Nahrung vorhanden ist. Ich habe Sturms Zwergrohrdommel auf der Farm Wiese zwischen Rehoboth und Uhlenhorst an einer Pfanne beringt und habe dort Nester gefunden. Auch an der Kunene-Mündung ging eine Sturms Zwergrohrdommel ins Netz und wurde beringt.

Dirk Heinrich

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