Tragen Kiebitze Waffen?

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Waffenkiebitz
Ein Waffenkiebitz auf seinem Nest droht dem Störenfried, indem er seine Flügel spreizt und laut ruft. Deutlich sind die Sporen zu erkennen.

Ist der schwarz-weiße Vogel bewaffnet? Wenn ja, warum trägt er eine Waffe? Was für eine Waffe haben diese Vögel?

Seinen Namen verdankt der Waffenkiebitz je einem Sporn am Flügelbug, der bei den Männchen bis zu 18 mm lang sein kann. Im Englischen heißt der Kiebitz „Blacksmith Lapwing“ – Schmiedkiebitz – weil sein Ruf klingt, als ob ein Schmied auf seinem Amboss ein glühendes Stück Eisen mit dem Hammer formt.

Langspornkiebitz
Der Sporn dieses Langspornkiebitzes wird teilweise von Brustfedern bedeckt, ist aber deutlich zu erkennen.

Nicht nur der Waffenkiebitz hat Sporen an den Flügeln, sondern auch, wie der Name schon sagt, der Langspornkiebitz und der Spornkiebitz sowie der Senegalkiebitz. Eine andere Vogelart hierzulande mit Sporen am Flügel ist die bis zu 5 kg schwere Sporengans, deren Sporen bis zu 36 mm lang sein können.

Die Sporen sind ein Fortsatz des Handgelenkknochens, der mit Horn bedeckt ist. Die nach vorn gerichteten Sporen sind sehr spitz und wachsen meist für einige Jahre. Bei manchen Vögeln sind sie nur im Flug sichtbar, bei anderen auch wenn der Flügel zusammengefaltet am Körper anliegt. Bei den männlichen Vertretern der verschiedenen Arten sind sie meist länger als bei den Weibchen.

Sporengans
Wie der Name schon sagt haben auch diese Gänse Sporen am Flügelbug, die jedoch nur im Flug sichtbar sind.

Es wird vermutet, dass die Sporen bei Kämpfen eingesetzt werden, aber es ist nicht bekannt, ob dabei der Gegner verletzt oder gar getötet wird, sagte Dr. Rob Simmons. Er war Ornithologe beim Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus und arbeitet nun seit einigen Jahren beim FitzPatrick Institute of African Ornithology in Kapstadt in Südafrika. Es ist ebenfalls nicht belegt worden, ob die Größe der Sporen eine Rolle bei der Partnerwahl spielt oder ob jene einer Art mit größeren Sporen ihr Revier besser verteidigen können.

Dirk Heinrich

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