Twyfelfontein – Quelle des Zweifels

0
8180
Twyfelfontein Quelle
Twyfelfontein – die Quelle liegt unter Felsen verborgen.

Als David Levin sich erstmals über Farmland im Nordwesten Namibias südlich des Aba-Huab-Flusses erkundigte, erklärte ihm ein Beamter des Landvergabe-Rates, dass ein Farmer dort – in der Wüste – nicht überleben könne. David Levin hielt dagegen, dass das Stück Land in der Nähe des Brandbergs, auf dem eine Quelle liege, zwar klein sei; drumherum liege jedoch die ganze unbewohnte Namibwüste. 1947 ließ sich die Familie Levin mit ihrem mageren Besitz in ihrer neuen Heimat auf ausgetrocknetem Gras, umgeben von mächtigen roten Tafelbergen, nieder.

Der Kampf ums Wasser begann. Es bedurfte genauester Planung, damit Menschen und Tiere überleben konnten. Jedes Mal, wenn der Nachbarfarmer Davids Farm einen Besuch abstattete, fand er David auf den Knien und nach Wasser grabend an der Quelle. Auf die Frage nach Davids Befinden bekam er immer die Antwort: Es gehe ihm gut; er zweifele nur daran, dass die Quelle bis zum Beginn der nächsten Regenzeit ausreichend Wasser liefere. Andries nannte ihn daraufhin David Twyfelfontein. Das afrikaanse Wort ‘twyfel’ bedeutet Zweifel, ‘fontein’ Quelle. Als David seine Farm beim Landvergabe-Rat registrierte, nannte er sie Twyfelfontein – Quelle des Zweifels.

In den 60er Jahren gab die Odendaal Kommission bekannt, dass sie im Kaokoveld ein Damara Reservat einrichten wolle. Sie forderte David und die anderen Farmer in dem Gebiet auf, ihre Farmen zu verkaufen, was sie schließlich widerwillig taten. Für den Rest seines Lebens sehnte er sich jedoch nach seinem Land, seinen Freunden und seiner Farm südlich des Aba-Huab-Flusses – Twyfelfontein.

David Levins Name steht heute noch in enger Verbindung zu Twyfelfontein – und das nicht nur als Namensgeber des Gebietes, sondern auch als Entdecker der dortigen Felsgravuren und –zeichnungen. Bereits 1950 wurden auf seiner Farm die ersten wissenschaftlichen Untersuchungen der Felskunst vorgenommen. Die Levins zogen niemals wirtschaftlichen Nutzen daraus und waren immer darauf bedacht, sie zu schützen.

Nach 1964 gehörte das ehemalige Farmgebiet von Twyfelfontein zum Kommunalland der Damara. Da es in dieser Zeit keine festen Strukturen zur Erhaltung der Felskunst gab, wurden viele Gravuren und Zeichnungen beschädigt oder gar entfernt. Erst im Jahr 1986 wurde die Gegend um Twyfelfontein unter Naturschutz gestellt. Seit Juli 2007 gehört sie zum Weltkulturerbe.

Den ausführlichen Beitrag zu Twyfelfontein von Inke Stoldt finden Sie hier.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here