Vorsicht – Tiere auf der Straße

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Vorsicht Tiere auf Namibias Straßen
Vor allem im Norden des Landes gibt es immer wieder Verkehrsschilder, die davor warnen, dass außerhalb von Parks Elefanten die Straße überqueren. Dass die Dickhäuter es tatsächlich tun, zeigt diese Aufnahme.

Tiere können die Geschwindigkeit eines herannahenden Fahrzeuges nicht einschätzen und treten die Flucht oft zu spät an – mit fatalen Folgen. Tiere kennen keine Verkehrsregeln, und deshalb müssen Hinweisschilder von Verkehrsteilnehmern beachtet und befolgt werden, um Tiere vor Verletzungen oder gar dem Tod zu bewahren. Nachts werden Tiere von den Scheinwerfern geblendet und wissen nicht, was sich hinter dem grellen Licht verbirgt.

Grundsätzlich sollte jeder Autofahrer den Fuß vom Gaspedal nehmen, wenn er in der Ferne ein Tier neben oder auf der Straße sieht, denn es ist nicht abzuschätzen, ob es rechtzeitig flüchtet. Jedes Jahr ereignen sich in Namibia zahlreiche Unfälle mit Wildtieren, Rindern, Pferden und Eseln. Dabei kommen auch Menschen zu Schaden und für die Tiere endet die Kollision meist tödlich. Zudem entsteht erheblicher Sachschaden an den Fahrzeugen.

Fast alle Unfälle und Zusammenstöße mit Tieren können vermieden werden. Besonders im Sommer, wenn zahlreiche Zugvögel aus dem Norden zu uns ziehen, erhöht sich die Zahl der im Straßenverkehr umgekommenen Vögel, allen voran Schmarotzermilane. Sie ernähren sich von Insekten, die von Fahrzeugen verletzt oder getötet auf dem Asphalt liegen und werden dann selber Opfer der heranrasenden Fahrzeuge. Oft locken kleinere überfahrene Tiere wie Hasen, Schlangen, Schabrackenschakale und Vögel unterschiedliche Raubvögel an, die sich von Aas ernähren. Die Folge ist, dass auch die Raubvögel Opfer des Straßenverkehrs werden.

Chamäleon auf namibischer Straße
Autofahrer sollten nicht nur auf die großen Tiere auf und neben der Straße achten, sondern auch auf kleine Lebewesen wie dieses Chamäleon. Diese sich langsam bewegenden Reptilien werden auf Asphalt- und Schotterstraßen im ganzen Land und auch in Städten und Dörfern überfahren.

Ende August wurde 40 Kilometer südlich von Grootfontein auf der B14 ein Pferd von einem Fahrzeug erfasst und getötet. Am nächsten Tag kamen Weißrückengeier zu dem am Straßenrand liegenden Kadaver. Zwei der Vögel wurden ebenfalls von einem vorbeirasenden Fahrzeug  getötet.

Im östlichen Teil des Bwabwata-Nationalparks, im Kwando-Kernschutzgebiet, gilt auf den letzten 40 Kilometern bis Kongola eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h. Schilder weisen darauf hin, dass vor allem auf Wilde Hunde geachtet werden soll. Dort kam Ende August einen Kilometer vor dem Susuwe-Eingangstor des Ministeriums für Umwelt und Tourismus eine Tüpfelhyäne durch ein Fahrzeug zu Tode. Zur gleichen Zeit wurde ein Stachelschwein mitten im Park zwischen Divundu und Kongola überfahren.

In den kommunalen Gebieten gibt es keine Zäune und Autofahrer müssen stets darauf gefasst sein, dass Rinder, Pferde, Esel und Kleinvieh die Straße kreuzen. Im kommerziellen Farmgebiet ist mehr auf Wildtiere wie Warzenschweine und Kudus zu achten, die plötzlich über die Straße laufen.

Jetzt in der Dürre suchen unzählige Warzenschweine etwas Fressbares auf den Seitenstreifen zwischen der Straße und dem eingezäunten Farmgelände. Im Juli wurden auf den 30 Kilometern zwischen Otjiwarongo und der Abzweigung nach Okakarara beiderseits der B1 insgesamt 108 Warzenschweine gezählt! Die meisten Warzenschweine haben sich an die mit hoher Geschwindigkeit vorbeifahrenden Fahrzeuge gewöhnt und reagieren nicht einmal auf Hupen, aber immer wieder kommt es zu einer Kollision mit diesen Tieren. Auch nach dem ersten Regen, wenn direkt neben dem Asphalt das erste Grün erscheint, sind dort beachtlich viele Warzenschweine und auch andere Tiere zu finden.

Im Etosha Nationalpark werden Tiere wie Hasen, Nachtschwalben und Kaptriele meist in der Dunkelheit von einem Fahrzeug erfasst, wenn Angestellte zu schnell unterwegs sind. Tagsüber werden oft Erdhörnchen überfahren, die zuvor von Touristen verbotenerweise gefüttert wurden und dann auf die Schotterstraße rennen, weil sie wieder etwas Fressbares erwarten.

Namibia Kommunalgebiete
Vor allem in den Kommunalgebieten, wo es keine Zäune gibt, wechseln unzählige Viehherden über die Straße. Verkehrsteilnehmer müssen stets auf der Hut sein, um Unfälle zu vermeiden.

Im Bwabwata-Nationalpark sind auf der B8, dem sogenannten Caprivi-Highway, schon Personenwagen und Lastwagen mit Elefanten und Kaffernbüffeln zusammengestoßen. Die Tiere kamen dabei immer ums Leben und die Fahrzeuginsassen wurden teilweise verletzt.

Es gibt aber auch Fahrer, die absichtlich Tiere überfahren. Es wurde bereits beobachtet, wie Fahrer mit voller Absicht Schlangen überfahren haben und Farmer nicht abbremsen, wenn ein Schakal auf der Straße ist. Solch ein Verhalten ist gesetzlich verboten und die Fahrer machen sich strafbar.

Wie vermeide ich Zusammenstöße mit Tieren?

  1. Die verschiedenen Warnschilder beachten (Vorsicht Wild, Vorsicht Elefanten, Vorsicht Warzenschweine, Vorsicht Wilde Hunde, Vorsicht Braune Hyänen).
  2. Vor allem in Parks die Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten.
  3. Sofort die Geschwindigkeit drosseln, wenn sich Tiere auf oder neben der Straße befinden.
  4. Wenn der Seitenstreifen unübersichtlich und dicht bewachsen ist, langsam fahren, damit man rechtzeitig bremsen kann, wenn plötzlich ein Tier auftaucht.
  5. Wenn z. B. ein Kudu die Straße kreuzt, nicht diesem Tier hinterherschauen, sondern auf die andere Seite sehen, da oft weitere Tiere folgen.
  6. Nachts auf leuchtende Augen achten, dann die Geschwindigkeit drosseln und abblenden, damit die Tiere sich nicht vor dem eigenen Schatten erschrecken und auf das Auto zulaufen.
  7. Geduldig sein, wenn Rinder oder Kleinvieh über die Straße gehen.
  8. Nicht Mutmaßungen über die Reaktion eines Tieres anstellen, sondern immer auf das Unerwartete vorbereitet sein.
  9. Vermeiden, nachts zu fahren.

Dirk Heinrich

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