Warum Pinguine manchmal nicht ins Wasser sollten

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Afrikanische Pinguine
Diese drei ausgewachsenen Afrikanischen Pinguine werden nach der Rehabilitierung wieder freigelassen.

An der Küste kann man gelegentlich einen Pinguin auf dem Strand sitzen sehen. Wer ihn findet, hält den Vogel oft für krank und will ihn wieder ins Wasser setzen. Doch wenn der kleine Frackträger zerrupft und armselig aussieht, ist er meistens gar nicht krank, sondern er mausert sich. Bisweilen werden die Findlinge in Swakopmund oder Walvis Bay abgegeben und landen schließlich bei Dr. Sandra Dantu. In Lüderitz ist das Rehabilitationszentrum des Fischereiministeriums die Anlaufstelle. Dort kommen verölte, verletzte oder untergewichtige Afrikanische Pinguine in die Obhut von Pinguinexpertin Dr. Jessica Kemper.

„Etliche der Pinguine, die uns gebracht werden, sind weder verletzt noch krank. Sie müssen an Land bleiben, um sich zu mausern. Während der Mauser verlieren sie alle abgenutzten alten Federn. Es dauert etwa zwei Wochen, bis starke neue Federn nachgewachsen sind“, erläutert die Wissenschaftlerin. In dieser Zeit sollte der Pinguin nicht ins Wasser, denn im kalten Atlantik würde er sich rasch unterkühlen, und das könnte tödlich sein.

In der Umgebung von Swakopmund, insbesondere an den nördlichen Stränden, werden vor allem junge Pinguine gefunden, die sich von ihrer Kolonie entfernt haben. Sofern sie nicht deutlich in Not sind, oder in Gefahr, einem Fressfeind zum Opfer zu fallen, sollten sie einfach in Ruhe gelassen werden.

In Lüderitz wurden im vergangenen Jahr fast 60 Pinguine rehabilitiert. Die Hälfte war verölt, andere verletzt oder wegen Futtermangel geschwächt. Dr. Sandra Dantu in Swakopmund kümmerte vergangenes Jahr um gut 30 Afrikanische Pinguine. Die beiden Wissenschaftlerinnen rehabilitieren die Pinguine unentgeltlich und sind teilweise auf Sponsoren angewiesen.

Afrikanische Pinguine erreichen eine Körperhöhe von rund 60 Zentimetern. Sie sind an der namibischen und an der südafrikanischen Küste endemisch. Hier in Namibia brüten sie nur auf einigen wenigen Inseln und in einer Höhle auf dem Festland. Seit etlichen Jahren schrumpfen die Bestände, weil das Futter wegen Überfischung der Küstengewässer knapp geworden ist.

Mittlerweile ist der Afrikanische Pinguin eine gefährdete Art. Der namibische Bestand scheint sich derzeit zu stabilisieren, in Südafrika sind die Zahlen weiterhin rückläufig.

Die Halifax Insel vor Lüderitz ist am besten geeignet, um in Namibia Pinguine zu sehen: entweder vom Festland an der Diaz-Spitze oder auf einer Bootstour zu der Insel.

Für den ausführlichen Beitrag von Dirk Heinrich über Pinguine an Namibias Küste klicken Sie bitte hier.

 

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